Pressebericht 22.05.2009 Bärnau

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26.05.2009  |  "Der Neue Tag"
von Werner Schirmer

Polka, Heidi und erotische Seufzer
"Blech on the rocks": Blasmusik der anderen Art von einer originellen Boy Group - Auftritt in der Knopfstadt

Sie sind Frauenversteher, müde Wanderer, karibische Oberpfälzer und swingende Polka-Künstler - eben eine "Boy Group" der ganz liebenswerten Art: die acht Musiker von "Blech in the rocks" schlüpfen nicht nur in viele Rollen. An ihren Instrumenten sind die eigenwilligen Typen auch noch begnadete Virtuosen. In der Aula der Bärnauer Hauptschule ziehen sie am Freitag viele Register und begeistern die Zuhörer mit ihrer anderen Art der Blasmusik von der ersten Sekunde an.

Auf Einladung der Jungen Union sind "Blech on the rocks" in die Knopfstadt gekommen, nicht aber, um Wahlkampfhilfe zu leisten. Vielmehr wollen die Musiker den Erhalt von Hallenbad und Waldfreibad mit dem Benefizkonzert unterstützen. "Die wollen dort einen 50-Meter-Sprungturm und eine kilometerlange Wasserrutsche einbauen", gibt Alexander Beer bekannt - und zeigt damit auf, dass "Blech on the rocks" auch am Mikrofon so einiges auf die Schippe nehmen kann.

Die Wurzeln der Polka
Unterhaltung mit Worten und Taten, wenn auch eher in typisch bedächtiger Oberpfälzer Manier, garniert den Auftritt der acht "Jungs", die auch äußerlich ganz ihrem Bild der eigenwilligen "Boy Group" entsprechen: mit Trachtenhut, Hosenträgern, der Krachledernen und Motorradklamotten! Großzügig auf der kargen Bühne verteil, sind die Musiker für sich allein Dekoration genug. Und zudem "Bildungsbeauftragte", die überraschende Weisheiten über musikalische Wurzeln auftischen! Ob österreichische, böhmische oder chinesische (!) Polka, sie alle stammen laut "Blech on the rocks" wohl ursprünglich aus der Karibik. Wer das nicht glauben will, dem kredenzen die Musiker entsprechende Kostproben mit klangvollen Pokal-Südsee-Variationen und garnieren das Ganze noch mit hell klingender Untermalung mit den Steel Drums.

Das Versprechen der "etwas anderen Blechmusik" halten die Akteure auf der Bühne mit einer außergewöhnlichen Palette. Dazu gehören ein argentinischer Tango ebenso wie "Oye como va" von Santana, Reggae, Gimme Some Lovin' oder Ausflüge in die Welt des Swings wie "Sentimental Journey". Sogar "Techno" haben die Musiker im Gepäck, der freilich schnell zum "Blechno" abgewandelt wird. Und der Abstecher in Richtung Hardrock ist für die Gruppe ebenfalls ein Leichtes. Und dafür haben sie sich prompt die Titelmusik aus "Heidi" vorgenommen.

Frauenversteher

Für "staunende Ohren" sorgt die Blechversion von Ravels "Bolero". Und dann wieder für tosenden Beifall, wenn die "Frauenversteher" vor 2.Bürgermeisterin Cornelia Schwamberger auf die Knie gehen und "Je t'aime" ins Blech seufzen. Virtuos, ideenreich, ein musikalischer Erlebnisausflug ist der Abend mit "Blech on the rocks", jeder Ton ein Treffer, jeder Klang vom Feinsten - auch wenn die Truppe von sich selbst behauptet, froh zu sein, das ganze mal wieder hinbekommen zu haben.

Zwischendurch stellt sich die "Boy Group" brav vor: damit die Zuhörer wissen, "von wem der Krawall" kommt. Die freilich sehen das völlig anderes und belohnen Ludwig Zandt (Schlagzeug), Paul Meiler (Trompete), Tobias Böhm (Trompete), Alexander Beer (Tenorhorn), Christian "Gustl" Kraus (große Trommel), Markus Raab (Trompete), Stefan Karl (Tenorhorn, Posaune) und Martin Habersetzer (Tuba) mit lautstarkem Beifall. Plüschtiere werden der "Boy Group" allerdings keine hinterhergeworfen. Ein paar Leberkäs-Semmeln wären dem urigen Ensemble wohl auch lieber.