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02.03.2009 | "Der Neue Tag"
Zwiefacher "Zwiefacher" muss es schon sein
"Blech on the rocks" im Rathaussaal entstaubt Image der Blechbläser - Großes Können bewiesen
Sulzbach-Rosenberg. (foa) Eine musikalische Weltreise mit Pauken und Trompeten erlebten rund 150 Zuhörer, als "Blech on the Rocks" am Freitag im Sulzbach-Rosenberger Rathaussaal gastierten: Feuriges aus Südamerika, Laszives aus Frankreich, Entspannendes aus Jamaika, und das alles von "sechs Blechbläsern und zwei Schlagwerkern" - dieser Konzertabend war der beste Beweis, dass Blechblasinstrumente keineswegs nur fürs Bierzelt taugen.
Ganz schön Pfeffer
Schon bei ihrem Einzug in den Rathaussaal fegte diese muntere, bunte Truppe gehörig den Staub vom Image der Blechblasmusik. Denn die muss nicht immer typisch urig-gemütlich klingen, sondern kann auch ganz schön Pfeffer in sich haben - so wie bei "Blech on the Rocks", die in einem zweistündigen musikalischen Höhenflug durch das Liedgut aller Herren Länder brausten.
Volksmusik aus allen Ecken der Welt, gewürzt mit einem guten Schuss Humor, bereiteten dem "Festival moderner Volxmusik" der Kulturwerkstatt einen würdigen Auftakt und machten das Konzert zum Genuss für Trommel- und Zwerchfell.
Und dabei legten die Musiker großes Können an den Tag. Als "sechs Blechbläser und zwei Schlagwerker" stellten sie sich vor, und jeder beherrschte sein Fach perfekt - da war das Zuhören eine reine Freude. Ebenso virtuos wie kreativ holten sie das Letzte aus ihren Instrumenten. Ein Bandonium-Solo? Mandolinenklänge? Eine Polizeisirene? Für "Blech on the Rocks" kein Problem.
Sogar einen Zweifachen im Zwiefachen, "Brandner-Baierisch" geheißen, kredenzten sie dem Publikum. "Mit am einfachen Zwiefachen ge'm wir uns ned ab, des muss scho a zwiefacher Zwiefacher sein", kündigten die Musiker das Stück an, das denn auch mit einer äußerst eigenwilligen Rhythmik bestach.
Chinesische Weisen
Einer der Blechbläser betätigte sich als Rosenkavalier, ein anderer sang chinesische Volksweisen, ohne ein Wort Chinesisch zu sprechen, ein dritter stimmte eine Hymne auf den bajuwarischen Leberkäse an, die in Gestalt eines Reggae-Stücks mit "eingebayrischtem" Text daherkam - lustige Musikanten waren es, die am Freitag auf der Tribüne im Rathaus standen.
Schon optisch gaben sie sich sehr interessant - von Filzjoppe und Krachlederner bis zu Sakko und Sonnenbrille. Ebenso vielfältig wie ihre Musik, aus der mal die karibische Sonne strahlte, mal der Charme von Trinidad und Tobago sprühte.
"Heidi" mit dabei
Einen letzten Heiterkeitserfolg fuhr das Oktett ein, als es die Kinderlieder "Heidi" und "Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen" ins Techno-Gewand kleidete, denn damit war der Konzertabend auch schon um.
Zumindest offiziell, denn erst nach drei Zugaben - von denen das Ensemble die erste gleich unaufgefordert zum Besten gab - ging der Auftritt zu Ende.
Als die Blechbläser zum Abschied bliesen und die Schlagwerker den Takt zum Ausmarsch schlugen, klatschten die Besucher lautstark im Takt, bevor ein fulminanter Schlussapplaus die Gruppe noch einmal auf die Bühne zurückbeorderte und nach einem letzten musikalischen Zuckerl endgültig verabschiedete.
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