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04.05.2007 | "Der Neue Tag" |
Musikalischer Cocktail auf Eis
"Blech on the rocks" begeistern die Zuhörer im Jugendwerk - Tango und Techno mit Blechbläsern
Nabburg. (foa) Ein kleiner Vorgeschmack auf das "Tonart"-Festival?
Am besten pur auf Eis? Da sind "Blech on the rocks" genau der richtige
musikalische Cocktail: Rund 75 Besucher "verkosteten" ihn im Jugendwerk.
"Geblasen, nicht gerührt" - unter diesem Titel servierten die acht
Instrumentalisten "Musik, die man auf Blech besser nicht blasen
sollte". Die Zutaten konnten unterschiedlicher kaum sein: Sechs
Blechbläser, vom Biker mit Sonnenbrille bis zum bayerischen Burschen in
Lederhosen, dazu zwei schlagkräftige "Schlagwerker" - und Rhythmen, die
die meisten Blechbläser nur vom Hören kennen, aber nicht vom Spielen.
Tango, Swing, Jazz, aber auch Polkas und eine Prise volkstümliches
Liebesgesäusel strömten durch den Saal - die Bar der Tonarten war reich
gefüllt. Zwischendurch gab es ein "hundsgemeines Stück" namens
"Brandner Bayerisch", dessen Hauptmerkmal der Zwiefache im Zwiefachen
war - dieser schien manchem Musiker mehr Kopfschmerzen zu bereiten, als
eine ausgedehnte Kneipentour es vermocht hätte. Latino-Klänge flossen
heiß den Gehörgang hinunter, und eine Prise blechgeblasenes
"Mandolinengezirpe" verlieh dem Hörgenuss noch mehr Süße.
Der
Humor kam in diesem Konzert nicht zu kurz: Ob die Musiker mitten im
Spielen plötzlich innehielten und ungläubig auf ihr Notenblatt starrten
oder gar einer der Trompeter auf Knien vor einer Besucherin lag und á
la Flippers "Monia" himmelte - zu lachen gab es viel. Doch die acht
Musiker spielen nicht nur gern den Schelm, sondern auch richtig gute
Musik. Kein Wunder, schließlich haben das die meisten von ihnen
studiert.
Solisten mit Brille
Fast in jedem
Stück kam einer der Bläser und Trommler als Solist zu Gehör - jeweils
zu erkennen an der "Solistenbrille" mit großen Gläsern, dick wie der
Boden einer Whiskeyflasche. So war die "Basiszutat" in jedem Stück eine
andere: Mal sprudelten die Töne wie Kohlensäure aus der Trompete, mal
schmachtete das Tenorhorn mit einer Rose im Trichter "Je t'aime", mal
veranstalteten "Horizontaltrommel" und "Vertikaltrommel" ordentlich
Wirbel. . . Da war Langeweile weit entfernt.
Und sogar Techno
lässt sich auf Trompete, Tenorhorn und Tuba umsetzen. Das heißt dann
zwar nicht mehr Techno, sondern "Blechno" - jedenfalls im Programm der
acht Musiker. Aber der Sound war beinahme ein Geniestreich: die
"Heidi"-Melodie und Kinderreime wie "Das ist der Daumen, der schüttelt
die Pflaumen", verpackt in die harte Schale der Elektromusik - mit der
Ansage, jetzt gehe "hier gleich richtig der Punk ab", hatten die
Blechbläser nicht zu viel versprochen.
Zwei "Absacker"
Kein,
Wunder, dass die Zuhörer noch nach einem musikalischen Schlummertrunk
dürstete, als der letzte Ton des Konzertprogramms verklungen war. Alles
erhob sich von den Plätzen und klatschte mit, als "Blech on the rocks"
eine Zugabe spielten; erst nach zwei "Absackern" ließen die Besucher
die Gruppe endgültig aus dem Saal marschieren. Da bleibt wohl nur zu
sagen: null Prozent Alkohol - hundert Prozent Musikgenuss.
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