Pressebericht 18.11.2005 Jugendheim Waldsassen

22.11.2005  |  "Der Neue Tag"  |  Als pdf öffnen

Vom "Bolero" bis zum "Blechno"
Unterhaltsamer Musikstreifzug der Extraklasse mit "Blech on the rocks" im Jugendheim

Waldsassen. (kro) Auf den "Bolero" folgt "Heidi", auf das Bigband-Stück ein Ausflug in die Oper und auf "Zarathustra" bayerische Blasmusik. Einen amüsanten Streifzug durch die verschiedensten Musikrichtungen bot am Freitag das Musikensemble "Blech on the rocks" den zahlreichen Zuschauern im Waldsassener Jugendheim.

Die acht Musiker und Moderatorin Elke Pongratz verließen mit ihrem Auftritt ausgetretene Pfade der Blasmusik, schafften gekonnt den Spagat zwischen Zwiefachem, Tango, Swing, Marsch, Techno, Jazz, Polka, Latin und klassischen Stücken. Die Band bot musikalische Unterhaltung der Extraklasse. Unter den Zuhörern im fast proppenvollen Jugendheim waren auch zahlreiche Nachwuchsmusiker aus dem Landkreis Tirschenreuth, die sich vom musikalischen Können von "Blech on the rocks" einiges abschauen wollten.

Der Blechbüchsenmarsch, bekannt aus der Augsburger Puppenkiste, eröffnete den ersten Teil des Konzertes. "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss, vielen besser bekannt aus einer Bierwerbung, ließ den Zuschauern das musikalische Leistungsvermögen der Combo erahnen. Es folgten die Stücke "Prandtner Bairisch", "Je t'aime", der Tango "Ole Guapa" und Toccata. Das Stück "Swingin' Safari" von Bert Kaempfert wurde von Ludwig Zandt neu arrangiert. Als Vorlage diente dabei eine alte Schallplatte. Dass die nicht mehr im besten Zustand war, wurde dabei übersehen - mit dem Ergebnis, dass das Stück zahlreiche Tempowechsel und sich wiederholende Passagen beinhaltet.

Die Zuschauer quittierten die ungewöhnliche Interpretation mit lang anhaltendem Beifall. Mit dem "Ungarischen Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms folgte ein Ausflug nach Ungarn. "Gimme some Lovin'" von der "Spencer Davis Group", auch bekannt durch die "Blues Brothers", sowie der Marsch "Alte Kameraden" entließen die Besucher in eine kurze Pause.

Der zweite Teil begann gleich mit einem Paukenschlag, der das ganze Können der acht Profimusiker forderte. Die Darbietung des "Bolero" von Maurice Ravel quittierten die Zuschauer mit tosendem Applaus. Anschließend präsentierten Paul Meiler, Tobias Böhm, Markus Raab, Stefan Karl, Alexander Beer, Martin Habersetzer, Christian Kraus und Ludwig Zandt "Blechno". Dabei handelt es sich um einen von Ludwig Zandt komponierten Techno. Bei "Heidi", eine Heavy-Metal-Version der aus der TV-Serie bekannten Melodie, vereinte sich die Heidi-Melodie mit harten Klängen. Dabei gaben Alexander Beer und Paul Meiler ihre Gesangskünste zum Besten. Nach der "Südböhmischen Polka" von Ladislav Kubes folgte ein weiteres Highlight des Abends. Bei "Oye Como Va" von Carlos Santana wurde eine Brücke zwischen der zurückhaltenden oberpfälzer und der feurigen kubanischen Mentalität geschlagen. Dabei reizten die Gesangseinlagen der drei Trompeter Paul Meiler, Tobias Böhm und Markus Raab so manchen zu Freudentränen.

Moderatorin Elke Pongratz, die mit launigen Anekdoten durch den Abend führte, griff dabei selbst zum Saxophon und stahl ihren Musikerkollegen fast die Show. Die Stücke "Sentimental Journey" und das Bigband-Stück "Brass Machine" von Mark Taylor leiteten zum Ausflug in die Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber über. Beim "Jägerchor" zeigten die Vollblutmusiker, dass sie auch den klassischen Bereich perfekt beherrschen. Mit den Zugaben "Yes Sir, that's my Baby" und dem grandiosen "Oye Como Va" von Carlos Santana verabschiedeten sich "Blech on the rocks".