Pressebericht 11.03.2008 Sulzbach-Rosenberg

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11.03.2008  |  "Der Neue Tag"

"Heidi" im Heavy-Metal-Sound
Auch das ist Blasmusik: "Blech on the rocks" im Sulzbacher Rathaus

Sulzbach-Rosenberg. (mpi) Sechs Blechbläser, zwei Schlagzeuger und eine wahre Fülle an Musikstücken verschiedenster Stilrichtungen - das etwas andere Bläserensemble "Blech on the rocks" wusste beim Konzert im historischen Sulzbacher Rathaussaal das Publikum schier zu begeistern.

Einzug: "Elefantenmarsch"
"Blech on the rocks", das sind Paul Meiler, Tobi Böhm und Markus Raab an den Trompeten, Alex Beer am Bariton, Stefan Karl am Euphonium und der Altposaune, Ruthardt Göpfert am Sousaphon, sowie Ludwig "Lugge" Zandt und Christian "Gustl" Kraus an den Trommeln.
Mit dem Elefantenmarsch aus dem Disney-Klassiker "Das Dschungelbuch" zogen die acht Musiker in den Rathaussaal ein und bewiesen dem Publikum von Anfang an durch ihren einzigartigen Sound, dass sie sich das Prädikat "etwas anders" zu Recht verdient haben. Die zumeist von "Lugge" Zandt arrangierten Stücke gehören wohl in den wenigsten Blaskapellen zum alltäglichen Repertoire. Bei "Blech on the rocks" darf sich der Zuhörer auf Kompositionen aus den verschiedensten Stilrichtungen, wie Techno, Heavy Metal, Latin, Klassik oder Polka freuen, die von den acht Herren jeweils noch mit der eigenen oberpfälzischen Note versehen werden.

Ob nun "Bridge over troubled water", im Original von Simon & Garfunkel, das der Einfachheit halber mit "Über jedes Bacherl geht a Brückerl" übersetzt wird, oder dem "Ungarischen Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms mit einem extra angekündigten "virtuosen" Trompetensolo, "Blech on the rocks" ließen es im Rathaus richtig krachen und strapazierte die Lachmuskeln des Publikums vor allem auch durch tollpatschig-liebenswerte Moderationen und Sketch-Einlagen. Da konnte es dann schon mal knifflig werden, wenn "Lugge" einen Zwiefachen mit einem Zwiefachen mittendrin, also ein Doppel-Zwiefachen, ankündigte oder der jeweilige Solist zum Tragen der "Solo-Brille" gezwungen wurde.
Dass jede Boygroup auch einen Herzensbrecher und Frauenversteher hat, bewies Stefan am Euphonium, der den Damen im Publikum mit einem inbrünstig vorgetragenen "Je t'aime" zu imponieren versuchte, während Kollege Markus lieber gleich in die Vollen griff und stattdessen seiner Angebeteten einen handfesten Blumentopf überreichte.

Südamerikanische Gefühle kamen bei "Latin" und dem Tango "Ole guapa" auf, bei dem es den Blechbläsern keinerlei Schwierigkeiten bereitete, den typischen Mandolinen-Sound zu imitieren. Carlos Santanas "Oye como va" kommentierten sie mit "d'Boina han so schwa" und demonstrierten den Zuhörern, dass sich das südländische Temperament in der Oberpfalz eben etwas anders anhört.

Polka und der "Bolero"
Bei "Blueberry Hill" durfte "Quotenfranke" Ruthardt am Sousaphon sein Können beweisen, auch wenn ihm der Platz in der ersten Reihe vom Rest der Truppe verwehrt blieb.
Eine Heavy-Metal-Version von "Heidi", eine südböhmische Polka, Ravels "Bolero" und das chinesische "Tian Mi Mi", nichts blieb verschont von den acht Vollblutmusikern, und das Publikum dankte es nach zwei Stunden mit kräftigem Applaus und ließ das Ensemble erst nach weiteren vier Zugaben den Abend musikalisch beschließen.